Jeder Lauf muss neben dem 3D-Modell ein Messprotokoll abliefern: die Selbstdokumentation, die jede Entscheidung auf einen Beleg zurückführt. Hier steht exemplarisch das Protokoll von Claude Code · opus-5 · Lauf 1 zum eigenen Lagerbock-Fall — der Lauf erreichte Formtreue 1,00.
Aufgabe: Aus der technischen Zeichnung eines Lagerbocks (17 Maße) ein 3D-Modell bauen — die mitgelieferte Texterkennung gab nur 4 der 17 Maßtexte wieder, einen davon falsch. Weg: Der Agent hat die Vektor-Zeichnung nicht nur angesehen, sondern ausgemessen (Maßstab 1:1) und jedes Maß mit einer Belegstufe versehen. Selbstkorrektur: Den Erkennungsfehler „R9“ löste er messend in R8 + Ø9 auf; seine eigene Fehldeutung der „60“ als Plattenbreite widerlegte er an den Maßlinien-Endpunkten. Ergebnis: Projektionsprüfung 44/44, alle 47 Vorlagenkanten deckungsgleich, Volumen-Gegenprobe 0,0000 % — Formtreue 1,00. Grenzen: Werkstoff, Toleranzen und Fertigungsdeutung bleiben offen und sind als Annahmen dokumentiert.
So lief der Fall chronologisch — jede Station verweist auf den Abschnitt mit den Belegen:
Zum Aufgabenpaket jedes Falls gehört neben der Zeichnung eine maschinelle Texterkennungs-Aufbereitung (erkannter Text und ausgeschnittene Ansichtsbereiche) — auf sie beziehen sich die Zeilenangaben in diesem Protokoll.
Die Texterkennung ist fast leer. Sie enthält als Maßtext nur vier Angaben: R9 (Zeile 3), 45° (Zeile 10), 14 (Zeile 11), 50 (Zeile 12) — sowie das Schriftfeld (Zeile 17): Lagerbock Demo-900 · 1:1 · mm · ISO 2768-m · Projektion: Methode E (ISO 5456-2). Alle übrigen Maße stehen nur in den Bildausschnitten bzw. im Textlayer des PDF. Deshalb weist die Maßtabelle je Maß drei Belegstufen aus:
| Stufe | Bedeutung |
|---|---|
| OCR | wörtlich in der Texterkennung (Zeilennummer + Zitat) |
| Bild | im Bildausschnitt gelesen — von der Texterkennung ausgelassen |
| Textobjekt bzw. gemessene Vektorgeometrie der Zeichnung |
Die Zeichnung ist eine Vektor-Zeichnung (erzeugt mit FreeCAD TechDraw), keine Rastergrafik. Der Agent hat sie deshalb nicht nur angesehen, sondern ausgemessen: Maßstab 1:1 ⇒ 1 mm = 2,83465 pt. Damit ließ sich jede Bauteilkante der Vorlage in mm umrechnen — alle Werte fallen exakt auf ganze Millimeter (Restfehler ≤ 0,003 mm aus der Rundung der PDF-Koordinaten). Das ersetzt kein Maß, sondern entscheidet, an welchem Merkmal eine Maßzahl hängt (siehe §4, „60“).
Zur Vollständigkeit dieser Messung: Die Zeichnung kennt genau zwei Strichstärken — 1,98 pt (47 Pfade = Bauteilkanten) und 0,99 pt (49 Pfade = Maßhilfslinien/Pfeile). Kein einziger Pfad hat ein Strichmuster ⇒ die Zeichnung enthält keine verdeckten Kanten. Alle 47 Bauteilkanten sind in §5 Kante für Kante gegen das Modell geprüft.
Schriftfeld: „Projektion: Methode E (ISO 5456-2)" ⇒ europäische Methode / erster Winkel.
| Ansicht | Lage im Blatt | Ausdehnung (gemessen) |
|---|---|---|
| Vorderansicht | oben links | 90 × 74 mm |
| Draufsicht | unter der Vorderansicht | 90 × 50 mm |
| Seitenansicht | rechts der Vorderansicht | 50 × 74 mm |
Nach Methode E ist die Ansicht unter der Vorderansicht die Draufsicht (Blick von oben), und ihre der Vorderansicht zugewandte Kante ist die Hinterkante des Teils. Dort steht in der Vorlage die Stehplatte — konsistent mit der Vorderansicht. Die Ansicht rechts ist die Ansicht von links.
Offener Punkt (folgenlos): Läse man die Zeichnung fälschlich nach der dritten Ecke, tauschten „vorn“ und „hinten“. Das gelieferte Solid ändert sich dadurch nicht: Das Teil ist zur Ebene X = 45 spiegelsymmetrisch, deshalb bildet eine 180°-Drehung um Z die eine Lesart deckungsgleich auf die andere ab. Die relative Anordnung (R8-Ecken gegenüber der Stehplatte, Rippenfuß 14 mm von der R8-Seite) folgt ohnehin aus der Konsistenz von Drauf- und Seitenansicht allein.
Koordinaten des Modells: X = Breite 0…90, Y = Tiefe 0 (vorn, R8-Ecken) … 50 (hinten, Stehplatte), Z = Höhe 0 (Unterseite Grundplatte) … 74.
| # | Maß | Beleg | Ansicht | Was daraus folgt |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 90 | Bild/PDF-Text; gemessen: Außenkontur 255,11 pt = 90,000 mm | Drauf-/Vorderansicht | Breite der Grundplatte |
| 2 | 50 | OCR Z. 12; PDF-Text (2×) | Seiten-/Draufsicht | Tiefe der Grundplatte |
| 3 | 12 | PDF-Text (2×) | Vorder-/Draufsicht | 1× Dicke Grundplatte, 1× Dicke Stehplatte — beide Bemaßungsstrecken exakt 34,01 pt = 12,000 mm |
| 4 | R8 | Bild + PDF-Text; gemessen: Bogenradius 22,68 pt = 8,000 mm | Draufsicht | Eckradius, nur die beiden vorderen Ecken (§3) |
| 5 | Ø9 | Bild + PDF-Text; gemessen: Kreis-Ø 25,52 pt = 9,000 mm | Draufsicht | 2 Befestigungsbohrungen, durchgehend |
| 6 | 15 | Bild/PDF-Text; gemessen 42,52 pt = 15,000 mm | Draufsicht | 1. Bohrungsachse ab linker Kante |
| 7 | 60 | Bild/PDF-Text; gemessen: Endpunkte fallen auf beide Bohrungsachsen | Draufsicht | Achsabstand der Ø9, nicht die Plattenbreite (§4, Fehlversuch) |
| 8 | 20 | Bild/PDF-Text; gemessen 56,70 pt = 20,000 mm | Draufsicht | Bohrungsachsen ab Vorderkante |
| 9 | 10 | Bild/PDF-Text; gemessen 28,35 pt = 10,000 mm | Draufsicht | Rippenbreite |
| 10 | 52 | Bild/PDF-Text; gemessen 147,40 pt = 52,000 mm | Vorderansicht | Achshöhe der Lagerbohrung über der Unterseite der Grundplatte |
| 11 | 16 | Bild/PDF-Text; gemessen 45,36 pt = 16,000 mm | Vorderansicht | Abstand Bohrungsachse → Rippenoberkante ⇒ Rippenoberkante bei Z = 52 − 16 = 36 |
| 12 | R22 | Bild + PDF-Text; gemessen: Bogenradius 62,36 pt = 22,000 mm | Vorderansicht | Halbkreis-Kopf der Stehplatte, konzentrisch zur Ø20 |
| 13 | Ø20 | Bild + PDF-Text; gemessen: Kreis-Ø 56,69 pt = 20,000 mm | Vorderansicht | Lagerbohrung, Achse waagerecht (∥ Y) |
| 14 | 14 | OCR Z. 11; PDF-Text; gemessen 39,68 pt = 14,000 mm | Seitenansicht | Rippenfuß ab Vorderkante der Grundplatte |
| 15 | 45° | OCR Z. 10; PDF-Text; gemessen: Flankenlinie dy/dx = 68,03/68,03 pt | Seitenansicht | Neigung der Rippenflanke |
| 16 | 1:1 / mm / ISO 2768-m | OCR Z. 17 | Schriftfeld | Maßstab 1:1 ⇒ direkte pt→mm-Umrechnung; Allgemeintoleranz mittel — kein Nennmaß |
| Größe | Wert | Herleitung |
|---|---|---|
| Breite der Stehplatte | 44 | = 2 × R22. Die Flanken laufen tangential in den Kopfbogen; gemessene Plattenbreite 124,72 pt = 44,000 mm = 2 × 22 ✓ |
| Gesamthöhe | 74 | = 52 + R22 (Kopf ist Halbkreis um die Bohrungsachse). Gemessene Ansichtshöhe 209,76 pt = 74,000 mm ✓ |
| Lage der Stehplatte in Y | 38…50 | 12 dick, bündig an der Hinterkante: gemessene Vorderfläche 38,000 mm ab Vorderkante = 50 − 12 ✓ |
| Rippen-Katheten | 24 × 24 | waagerecht 38 − 14 = 24; senkrecht 36 − 12 = 24 ⇒ 45° — die drei Angaben (14, 16, 45°) sind redundant und widerspruchsfrei; die Maßprüfung des Bauskripts verankert genau das. |
| Rippe in X | 40…50 | 10 breit, mittig (gemessene Mitte = Ansichtsmitte) |
| Stehplatte in X | 23…67 | 44 breit, mittig |
| R8 nur vorn | 2 Ecken | Nur die Pfade an der Vorderkante sind Bögen; hinten trifft eine Gerade rechtwinklig auf die Seitenkante. Bestätigt durch die Tangentenlinien in Vorder- und Seitenansicht. |
Aus dem fertigen Solid werden über die Befehlsschnittstelle drei TechDraw-Projektionen erzeugt und maschinell ausgelesen und vermessen — keine Bildbetrachtung. Die Ansichtsorientierung wird dabei aus der Projektion hergeleitet (welche Achse trägt Höhe/Tiefe, welche Seite ist vorn), nicht angenommen — sonst prüfte man die eigene Annahme.
| Ansicht | geprüft | Sollwert | Messwert | Abw. |
|---|---|---|---|---|
| Vorderansicht | Spannweite Breite / Höhe | 90 / 74 | 90,000 / 74,000 | 0 |
| Ø20 als Kreis vorhanden, Achshöhe / Achslage | 52 / 45 | 52,000 / 45,000 | 0 | |
| R22 ist ein Bogen, keine Gerade, konzentrisch zu Ø20 | Bogen bei 52 | Bogen r = 22 bei 52,000 | 0 | |
| keine R8-Bögen in dieser Ansicht | 0 | 0 | — | |
| 2 R8-Tangentenlinien je 8 von der Außenkante | 2 | 2 | — | |
| Rippe: genau 2 Flanken, Breite / Oberkante / Mitte | 2 / 10 / 36 / 45 | 2 / 10,000 / 36,000 / 45,000 | 0 | |
| Stehplattenflanken tangential (Länge 40) | vorhanden | vorhanden | — | |
| Draufsicht | Spannweite Breite / Tiefe | 90 / 50 | 90,000 / 50,000 | 0 |
| genau 2 Ø9; Achsabstand / ab Seitenkante / ab Vorderkante | 2 / 60 / 15 / 20 | 2 / 60,000 / 15,000 / 20,000 | 0 | |
| genau 2 R8-Eckbögen, beide auf derselben Seite | 2 / ja | 2 / ja | — | |
| Stehplatte hinten, Dicke / Breite | 12 / 44 | 12,000 / 44,000 | 0 | |
| genau 2 Rippen-Längskanten, Breite / Fuß ab Vorderkante | 2 / 10 / 14 | 2 / 10,000 / 14,000 | 0 | |
| kein Ø20-Kreis (Achse liegt waagerecht) | 0 | 0 | — | |
| Seitenansicht | Spannweiten = {Tiefe 50, Höhe 74} | ja | ja | — |
| Kantenlänge an der Oberkante = Plattendicke | 12 | 12,000 | 0 | |
| 45°-Flanke als geneigte Linie (kein Rechteck), Länge | 1 Stk / 33,941 | 1 / 33,941 | 0 | |
| Fußpunkt: Höhe / Abstand Vorderkante | 12 / 14 | 12,000 / 14,000 | 0 | |
| Scheitel: Höhe / Abstand Vorderkante | 36 / 38 | 36,000 / 38,000 | 0 | |
| Richtung der Schräge: steigt zur Stehplatte hin an | ja | ja | — | |
| Tangentenlinie Kopf/Flanke auf Achshöhe | 52 | vorhanden | — | |
| Grundplattendicke / Plattenrückfläche an der Hinterkante | 12 / 40 | 12,000 / 40,000 | 0 |
Prüfung gesamt: bestanden (44/44).
Die drei zunächst gemeldeten Abweichungen waren Fehler im Prüfvorgehen, nicht im Modell: Die Seitenansicht bildet Höhe und Tiefe anders auf die Ansichtsachsen ab als angenommen, und eine Kante wurde über das Maximum statt lagegebunden gesucht. Beides wurde behoben; die Ansichtsorientierung wird seitdem hergeleitet.
Über die Selbstprüfung hinaus wurde jede sichtbare Bauteilkante der Vorlage (alle 47 dicken Pfade, in mm umgerechnet) gegen die entsprechende Kante der eigenen Projektion gehalten (Toleranz 0,02 mm):
| Ansicht | Vorlage | eigenes Modell | fehlend | zusätzlich |
|---|---|---|---|---|
| Vorderansicht | 15 Linien + 6 Bogensegmente | 11 Linien + 4 Splines + Kreise | 0 | 0 |
| Draufsicht | 12 Linien + 10 Bogensegmente | 10 Linien + 2 Splines + Kreise | 0 | 0 |
| Seitenansicht | 14 Linien + 0 Bogensegmente | 10 Linien + 4 Splines | 0 | 0 |
Deckungsgleich: ja. Der Unterschied „Linie ↔ Spline“ ist rein darstellerisch: Wo ein Kreis kantenparallel projiziert wird, zeichnet die Vorlage eine Gerade, die eigene Projektion dieselbe Strecke als degenerierten Spline gleicher Länge und Lage — jede dieser Kanten wurde einzeln über Länge und Lage zugeordnet.
Das Schriftfeld nennt weder Werkstoff noch Dichte noch Gewicht; die Gewichtsprobe entfällt mangels Sollwert. Ersatzweise wurde das Volumen gegen den analytisch aus den Maßen gerechneten Wert geprüft:
V(Modell) = 81 496,8314 mm³ · V(analytisch) = 81 496,8314 mm³ · Abweichung 0,0000 %
Das abgelieferte Bauskript ist ein ausführbares Programm gegen die Befehlsschnittstelle; jeder Wert darin trägt als Kommentar seine Herkunft aus der Zeichnung. Hier der Ablauf sinngemäß (Pseudobefehle — die konkreten Schnittstellen-Namen bleiben intern):
Nach Re-Import der abgelieferten STEP-Datei:
| Topologie | 1 Solid, geschlossen, gültig · 18 Flächen · 48 Kanten · 32 Eckpunkte |
| Volumen / Oberfläche | 81 496,8314 mm³ · 19 509,756 mm² |
| Hüllmaße | 90 × 50 × 74 mm — identisch mit den Gesamtmaßen der Zeichnung |
Als Annahme markiert, weil die Zeichnung dazu schweigt:
Die Fertigungs-Heuristiken des Regelwerks („im Zweifel Luft, nicht Material“) kommen hier nicht zum Tragen: Es gibt weder Entformungsschrägen noch unbemaßte Zwischenräume. Jede Fläche des Teils ist bemaßt und durch mindestens zwei Ansichten belegt — die Vorlagen-Evidenz entscheidet vollständig, ohne Zweifelsregel.